Und so rühmt momentan immer wieder der Unions-Fraktionsgeschäftsführer Dieter S. seine Partei dafür, dass sie die Ansiedlung und den Bau der Nahversorgung
in Merl stets besten Willens und aufmerksam begleitet hat. Und ganz
besonders lobt Herr S. den derzeitigen Bürgermeisteramtsesselbesatzer.
Gerne vergisst Herr S., dass es unser heutiger Bürgermeister war, der - seinerzeit als Ratsmitglied - die Ansiedlung verhindert hat.
Sehr gerne auch wird darauf
verwiesen, wie viele Millionen die Stadt Meckenheim investieren musste, -
z.B. für die Umsiedlung des Sportplatzes.
Und als Beobachter fragt man sich, ob das Gelände an die Investoren verschenkt wurde. Oder "Wie
hoch ist das ´Kopfgeld`, mit dem die Stadt jene locken muss, die in die
neuen Wohngebiete auf dem Steinbüchel und Merler Keil ziehen?"
Oder ist es im Gegenteil am Ende vielleicht-eventuell-möglicherweise so, dass die Investoren Geld bezahlt haben? Dass durch
die beiden Märkte kräftige Einnahmen aus der Gewerbesteuer ins Stadtsäckel gespült werden?
Und nicht zuletzt: Bringen die neuen Anwohner nicht Geld
mit in den Ort?
Sonntag, 13. Oktober 2013
Mittwoch, 9. Oktober 2013
"Synergie-Effekte"
Ein Anruf in der Geschäftsstelle bringt Verwirrung: "Wir wollen Synergie-Effekt nutzen", heißt es. Konkretere Auskünfte gibt es nicht.
Wer sich hingegen mit offenen Ohren durch die summende Gerüchteküche auf den Rathausfluren bewegt, der weiß Bescheid:
"Ich will nicht mehr!"
Diesen entschiedenen Ausspruch hatte der derzeitige Bürgermeisteramtssesselbesatzer kürzlich während der strengst geheimen CDU-Vorstandssitzung im Nebenzimmer eines bekannten Restaurants von sich gegeben. Zwar war der nachdrückliche Satz an jenen Kellner gerichtet, welcher gerade ein neues, frisches Kölsch offerierte, dies jedoch interessierte die versammelten christlichen Demokraten keineswegs. Einzig die lang ersehnten Worte "Ich will nicht mehr!" zählten ab jetzt! Endlich waren sie nicht mehr ihrem oft bereuten Treue-Eid verpflichtet.
Der Fraktionsvorsitzende K. rieb sich innerlich die Hände, schließlich wird er seit geraumer Zeit als Thronfolger be- und gehandelt. Freilich hat er eine alte Regel aus den Augen verloren: "Der Kronprinz denkt - aber der Partei-Vorsitzende lenkt!"
Und der Vorsitzende ist Jürgen Sch.! Diesem im militärisch-politischen Alltag der Hardthöhe erfahrenen Ränkeschmied schwebt nicht erst seit gestern eine vollkommen andere Lösung in der gesetzlichen (siehe auch: §1 des Meckenheimer Stadtgesetzes) Erbfolge des Bürgermeisterstuhls vor: Der Stuhl bleibt im Eigentum der Fami... äh, Partei, aber es wird eine externe Lösung angestrebt.
"Ein neues Gesicht muß nach Meckenheim! Aber: Einer von hier!"
So dauerte es lediglich ein kurzes Telefongespräch, hierin das Versprechen auf kostengünstiges Bauland in Lüftelberg sowie die Zusicherung von unbegrenzten Nebeneinkünften - und selbstverständlich ewig währender Unterstützung durch Union und Fraktion - schon durfte Sch. Vollzug melden: "Wir holen den verlorenen Sohn zurück!"
Deswegen, liebe Buschfunk-Leser, hängen weiterhin die Plakate der Union aus. Ein paar kleine Auf- und Überkleber und sie sind für die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr bereit!
*
Zwei Nachbemerkungen:
1.) Mehrfach versuchte an diesem Abend der derzeitige Bürgermeisteramtssesselbesatzer die Dinge richtig zu stellen. Schließlich wollte er lediglich kein weiteres Bier. Aber wer hört schon jemandem zu, der sagt: "Nein, ich will nicht mehr!" Daraufhin kündigte er kurzerhand seine Mitgliedschaft in der CDU und will sich nunmehr den Schul-Kameraden der UWG anschließen.
2.) Der bisher als Kronprinz be- und gehandelte Joachim K. sieht durch die Präsentation eines externen Bürgermeisterkandidaten seine eigenen Ambitonen auf den begehrten Sessel in den Swistbach gespült. Er überlegt, ob es an der Zeit für eine Neuauflage der demokratischen Rebellen ist.
*
Montag, 7. Oktober 2013
Eintreiber unterwegs
Reichlich mau muss es zurzeit um die Meckenheimer Stadtkasse bestellt sein. Oder warum sind die Geldeintreiber des Ordnungsaußendienstes Samstags abends gegen 23 Uhr unterwegs, um Sünder in Parkverbotszonen aufzuschreiben und deren Windschutzscheiben mit schmückenden kleinen Zettelchen zu verzieren?
Recht so! Strafe muß sein! Und: Es zählt jeder Euro!
Ein Schelm allerdings wäre jemand, der die Situation sieht und Seltsames vermutet: Aufgeschrieben werden jene Fahrzeuge, die nicht behindernd im Wendehammer hinter einer Apotheke stehen. Der Apotheker hat Nachtdienst und ist Ratsmitglied, jedoch kein Mitglied der Mehrheitspartei.
Nicht aufgeschrieben werden dagegen jene drei Fahrzeuge, die 30 Meter vor diesem Wendehammer parken. Ebenfalls in der Parkverbotszone. Allerdings auf dem Fußweg. Und zwar so, dass Fußgänger, die auf dem eigentlich recht breiten Weg diese Wagen passieren wollen, auf die Straße ausweichen müssen.
Wie gesagt: Es wäre ein Schelm... Und schließlich sind vor den Augen der Ordnungsaussendieste sicherlich alle Gleich.
*
Klarstellung Damit nun nicht etwa jemand auf den keineswegs beabsichtigten Gedanken kommt, ich würde jenen beiden Herren des Ordnungsaußendienstes eine gewisse Parteilichkeit oder gar "vorauseilendenen Kadavergehorsam" vorwerfen:
Selbstverständlich konnte man die drei Fahrzeuge übersehen. Zumal sie ohnehin auf der falschen Straßenseite parkten und somit an dieser Stelle keineswegs mit ihnen zu rechnen war!
Recht so! Strafe muß sein! Und: Es zählt jeder Euro!
Ein Schelm allerdings wäre jemand, der die Situation sieht und Seltsames vermutet: Aufgeschrieben werden jene Fahrzeuge, die nicht behindernd im Wendehammer hinter einer Apotheke stehen. Der Apotheker hat Nachtdienst und ist Ratsmitglied, jedoch kein Mitglied der Mehrheitspartei.
Nicht aufgeschrieben werden dagegen jene drei Fahrzeuge, die 30 Meter vor diesem Wendehammer parken. Ebenfalls in der Parkverbotszone. Allerdings auf dem Fußweg. Und zwar so, dass Fußgänger, die auf dem eigentlich recht breiten Weg diese Wagen passieren wollen, auf die Straße ausweichen müssen.
Wie gesagt: Es wäre ein Schelm... Und schließlich sind vor den Augen der Ordnungsaussendieste sicherlich alle Gleich.
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Klarstellung Damit nun nicht etwa jemand auf den keineswegs beabsichtigten Gedanken kommt, ich würde jenen beiden Herren des Ordnungsaußendienstes eine gewisse Parteilichkeit oder gar "vorauseilendenen Kadavergehorsam" vorwerfen:
Selbstverständlich konnte man die drei Fahrzeuge übersehen. Zumal sie ohnehin auf der falschen Straßenseite parkten und somit an dieser Stelle keineswegs mit ihnen zu rechnen war!
Ein ziemlich kurzes Telefonat
"Ich kann mich doch nicht um alles kümmern...", antwortete der dynamische Verwaltungschef auf die Frage, wer und wann sich möglicherweise kurzfristig um die fehlenden Fahrbahnmarkierungen in Merl kümmern würde.
"Es gibt Dinge, die müssen wir den Bauleitern überlassen! Schließlich sind diese vor Ort und kennen sich mit den Gegebenheiten bestens aus!"
"Ach so,", meinte daraufhin die anrufende Dame, "Bauleiter!? Die leiten also die Bau-´Arbeiter`?"
"Ja!"
"Na, wenn Sie das glauben, dann glauben Sie sicherlich auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten, oder?"
Und damit beendete sie das Gespräch durch Auflegen des Telefonhörers...
*
"Es gibt Dinge, die müssen wir den Bauleitern überlassen! Schließlich sind diese vor Ort und kennen sich mit den Gegebenheiten bestens aus!"
"Ach so,", meinte daraufhin die anrufende Dame, "Bauleiter!? Die leiten also die Bau-´Arbeiter`?"
"Ja!"
"Na, wenn Sie das glauben, dann glauben Sie sicherlich auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten, oder?"
Und damit beendete sie das Gespräch durch Auflegen des Telefonhörers...
*
Samstag, 5. Oktober 2013
Triumph für Meckenheimer Verkehrsplaner
Beachtliche Fortschritte macht das von den Grünen im Stadtrat angestoßene Meckenheimer Projekt "Wegsicherheit für Kinder*": Nachdem vor zwei Jahren störende Radfahrerschutzstreifen größtenteils beseitigt wurden, versucht man unter großem Einsatz, Markierungen auf kombinierten Fuß/Radwegen zu entfernen. Solche Investitionen zahlen sich aus, denn zur Freude der Mineralölkonzerne bringen immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Fahrzeug zur Schule und Kindergarten.
"Besser", so ließ dieser Tage die Meckenheimer Verwaltungsspitze verlauten, "kann es gar nicht laufen! Seitdem dieses einzigartige Programm auf unseren Straßen umgesetzt wird, tendieren die Unfälle mit unbedachten, unvorsichtigen Kindern gegen Null. Fußwege sollten wir generell abschaffen. Dann bleiben nichtmotorisierte Menschen zu Hause. Sicherer geht es nicht!"
Die bisherige Bilanz läßt inzwischen Verkehrsplaner in der gesamten Bundesrepublik aufhorchen. So will der ADAC in Kürze einen Zwischenbericht präsentieren und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat eine Gesetzesiniative zur Abschaffung von Fuß- und Radwegen auf den Weg bringen. "Gutes müssen wir unterstützen!", äußern die Mineralölkonzerne zu diesem Thema und bieten durch ihren Zentralverband den Städten großzügige finanzielle Unterstützung bei der aufwändigen Entfernung von Markierungen an.
"Und wer hat´s erfunden?", fragte kürzlich ein Meckenheimer Grüner voller Stolz im Stadtrat - um gleich darauf zu antworten: "W I R"
*
* Ich kann es mir gerade einmal gar nicht erklären, aber ich lese immer:
w e g S i c h e r h e i t
"Besser", so ließ dieser Tage die Meckenheimer Verwaltungsspitze verlauten, "kann es gar nicht laufen! Seitdem dieses einzigartige Programm auf unseren Straßen umgesetzt wird, tendieren die Unfälle mit unbedachten, unvorsichtigen Kindern gegen Null. Fußwege sollten wir generell abschaffen. Dann bleiben nichtmotorisierte Menschen zu Hause. Sicherer geht es nicht!"
Die bisherige Bilanz läßt inzwischen Verkehrsplaner in der gesamten Bundesrepublik aufhorchen. So will der ADAC in Kürze einen Zwischenbericht präsentieren und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat eine Gesetzesiniative zur Abschaffung von Fuß- und Radwegen auf den Weg bringen. "Gutes müssen wir unterstützen!", äußern die Mineralölkonzerne zu diesem Thema und bieten durch ihren Zentralverband den Städten großzügige finanzielle Unterstützung bei der aufwändigen Entfernung von Markierungen an.
"Und wer hat´s erfunden?", fragte kürzlich ein Meckenheimer Grüner voller Stolz im Stadtrat - um gleich darauf zu antworten: "W I R"
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* Ich kann es mir gerade einmal gar nicht erklären, aber ich lese immer:
w e g S i c h e r h e i t
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